Niedrigwasser auf der Donau: Wir schaffen den Weg nach Bulgarien

Die Donau führt in diesem Sommer historisch wenig Wasser. Für die gesamte Binnenschifffahrt zwischen Passau und dem Schwarzen Meer bedeutet das eingeschränkte Fahrrinnen — und kurz vor Budapest auch für ein von uns organisiertes Spezialschiff mit vier Schwertransporten an Bord, jeder über 100 Tonnen schwer und knapp sechs Meter breit.

Unsere Aufgabe lautet seither: Diese Ladung erreicht ihre Baustelle in Bulgarien trotzdem.

Was auf dem Schiff liegt

An Bord befinden sich vier Tieflader mit Baumaschinen für eine Großbaustelle in Bulgarien, dazu mehrere Autokrane und weiteres Baugerät. Der Wasserweg ist für solche Abmessungen der wirtschaftlichste und umweltfreundlichste Weg: Bei knapp sechs Metern Breite bedeutet jeder Kilometer auf der Straße Sperrungen, Begleitfahrzeuge und Genehmigungen in mehreren Ländern.

Genau deshalb planen wir bei Projekten dieser Größe von Anfang an mit Ausweichszenarien für den Fall, dass ein Verkehrsweg ausfällt. Dieses Szenario greift jetzt.

Eine Rampe, wo noch keine ist

Ein Schiff mit über 100 Tonnen Einzelgewicht an Bord entlädt man nicht an einem beliebigen Ufer. Es braucht eine Roll-on/Roll-off-Rampe, die die Achslasten aufnimmt, und eine Wassertiefe, die das Schiff bis an diese Rampe bringt.

Also schaffen wir beides. Gemeinsam mit den ungarischen Behörden, Ingenieurbüros, Hydrologen und Spezialunternehmen für Wasserbau entsteht eine provisorische Ro/Ro-Rampe. Hydrologische Maßnahmen und Wasserbauarbeiten sollen die Bedingungen schaffen, unter denen die Fahrzeuge das Schiff aus eigener Kraft verlassen können. Anschließend geht es auf dem Landweg weiter zur Baustelle.

„Solches Zusammenspiel erleben wir selbst in unserer Branche nur äußerst selten“, sagt Geschäftsführer Oliver Arnold über die Zusammenarbeit der Beteiligten.

Was ein Projektspediteur leistet

Wetter, Pegelstände und Genehmigungslagen sind bei internationalen Schwertransporten keine Randgrößen, sondern feste Bestandteile der Planung. Ein Verkehrsweg kann ausfallen — die Ladung muss trotzdem ankommen.

Genau dafür steht unsere Arbeit: das Netz aus Behörden, Ingenieuren, Hydrologen und Spezialunternehmen, das sich innerhalb weniger Tage über Ländergrenzen hinweg zusammenführen lässt. Nicht der einzelne Kilometer ist die Leistung, sondern die Fähigkeit, für jede Lage einen tragfähigen Weg zu bauen — im Wortsinn.

Zwischen Hamburg und dem Balkan

Wenige Monate zuvor lag unser Schwerpunkt 1.500 Kilometer weiter nordwestlich: Bei der Erneuerung der Sternbrücke im Hamburger Stadtteil Altona haben wir über sieben Monate den Schwerlast- und Montageteil verantwortet. Rund 3.700 Tonnen Stahl kamen in mehr als hundert Einzeltransporten zur Baustelle, mitten durch dicht bebautes Stadtgebiet, bei laufendem Bahnbetrieb.

„Das Ergebnis ist beeindruckend. Die neue Sternbrücke wirkt architektonisch sehr gelungen“, sagt Oliver Arnold rückblickend.

Zwei Projekte, zwei völlig verschiedene Hindernisse — enge Straßen in Altona, fehlendes Wasser an der Donau. Die Aufgabe dahinter ist dieselbe: Schwerstes Gut dort bewegen, wo der einfache Weg gerade nicht zur Verfügung steht.

Gesteuert aus Rimpar

Geplant und koordiniert wird der Donau-Transport aus unserer Zentrale in Rimpar bei Würzburg — gemeinsam mit unserem Standort Bratislava, der direkt an der Donau liegt und uns auf dieser Route seit Jahren die kurzen Wege zu Behörden und Partnern verschafft.

Wir halten Sie auf dieser Seite auf dem Stand, sobald die Transporte ihr Ziel erreicht haben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert